Der folgende Text stammt aus dem »Debian GNU/Linux Guide« von John Goerzen und Ossama Othman. Ins Deutsche übersetzt von Michael »grisu« Bramer. Der Text steht unter der GNU General Public License.

Glossar
Die Begriffe werden dir sowohl beim Lesen dieser Internetseiten als auch ganz allgemein, wenn es um GNU/Linux geht nützlich sein.

Alias

Der Begriff Alias wird in zwei Zusammenhängen verwendet. Der erste beschreibt einen anderen Namen (meistens Abkürzungen) für Befehle auf der Kommandozeile. Im zweiten Zusammenhang meint man einen anderen Namen für eine oder mehrere E-Mail-Adressen.

ATAPI

Mit ATAPI wird ein CD-ROM-Laufwerk bezeichnet, das am normalen Festplattenanschluss angeschlossen wird. Es wird über die Gerätedatei /dev/hdX angesprochen, wobei »X« ein a, b, c oder d ist.

Backup

Man bezeichnet Sicherheitskopien als Backups.

Benutzer

Auf einem Multiuser-System gibt es verschiedene Benutzer. Diese sind unabhängig voneinander und können verschiedene Rechte auf dem System haben. Ein besonderer Benutzer ist Root.

Betriebssystem

Das Betriebssystem ist die Schnittstelle zwischen Hardware, Software und Benutzer. Bei Debian GNU/Linux besteht das Betriebssystem aus dem Kernel und grundlegenden Programmen wie die Shell.

BIOS

BIOS steht für »Basic Input Output System«. Es ist ein kleines Programm, das fest im Computer eingebaut ist und grundlegende Funktionen bereitstellt. Es wird bei Linux nur zum Booten verwendet.

Bit

Die kleinste Informationseinheit auf einem Computer, vergleichbar mit einem Schalter. Ein Bit kann nur zwei Zustände einnehmen: Ein oder Aus, oft auch als 1 und 0 dargestellt.

Booten

Darunter wird das Starten eines Betriebssystems auf einem Computer verstanden. Der Boot-Vorgang wird vom BIOS gestartet.

Bug

Als Bug wird ein Fehler in der Software, also in Programmen, bezeichnet.

Byte

Ein Byte besteht aus acht Bits. Der Speicher im Computer ist in der Regel in Bytes eingeteilt, wobei jedes Byte eine feste Adresse hat.

Cache

Daten von und zu den Festplatten werden im Cache zwischengespeichert und sind daher später schneller verfügbar. Durch mehr Speicher kann man ein Linux–System deutlich schneller machen, da dann der Speicher automatisch als Cache benutzt wird.

Daemon

Ein Daemon ist ein Programm, das Dienste bereitstellt. Solche Programme werden in der Regel beim Booten automatisch gestartet und laufen im Hintergrund. Beispiele hierfür sind Webserver und das Drucksystem.

deb

Ist ein Dateiformat von Debian und hat die Endung .deb. In diesem Format werden Programme, Dokumentationen, Konfigurationsdateien usw. ausgeliefert. Solche Dateien können auf einem Debian-System sehr einfach installiert werden.

Debian

Debian ist ein Projekt, das von hunderten von Leuten auf der ganzen Welt getragen wird. Es hat die Verbreitung von freier Software zum Ziel. Das bekannteste Produkt des Debian-Projekts ist die Debian GNU/Linux–>Distribution. Die Ziele des Debian-Projekts sind im »Social Contract« (dem Gesellschaftsvertrag von Debian) festgelegt. Hinter Debian steht keine Firma, alle Helfer arbeiten auf ehrenamtlicher Basis.

DFSG

DSFG steht für »Debian Free Software Guide«. In diesen Richtlinien legt das Debian-Projekt fest, was es unter »Free Software« versteht.

Directory

Ist ein Verzeichnis über Dateien. Alle Daten auf den Festplatten werden durch Directories in einer Baumstruktur geordnet. Das oberste Directory wird Root-Directory (/) (Wurzel-Directory) genannt.

Distribution

Eine Distribution ist eine Zusammenstellung von Softwarepaketen. Sie sind vor allem im Linux–Bereich bekannt. Bekannte Distributionen sind: SuSE, Red Hat, Slackware und natürlich Debian.

DNS

DNS steht für »Domain Name Service«. Das ist eine verteilte Datenbank, die die IP-Nummer zu jedem Rechnernamen gespeichert hat. Es ist sozusagen das Telefonbuch des Internets.

Gerätedateien

Alle Geräte – wie Festplatten, Scanner, Modem usw. – werden über besondere Gerätedateien angesprochen. Diese Dateien liegen alle im Directory /dev/.

GNOME

GNOME steht für »GNU Network Object Model Environment« und ist ein neues GUI.

GNU

GNU steht für »GNU is Not Unix«. Das GNU-Projekt hat sehr viele Programme geschrieben, die heute auf einem Linux–System verwendet werden.

GPL

GPL ist die Lizenz des GNU–Projekts und steht für »General Public License«. Durch diese Lizenz ist es jedem gestattet, die Programme zu benutzen, zu kopieren und zu verändern. Auch wird die Verfügbarkeit der Quellen sichergestellt.

GUI

Ein »Graphical User Interface« wird mit GUI abgekürzt. Dieses Kürzel bezeichnet also die grafische Benutzeroberfläche.

IP-Nummer

Jede Netzwerkkarte bekommt im Netzwerk eine eindeutige IP-Nummer. Über diese Nummer kann der Rechner dann angesprochen werden.

ISP

ISP steht für »Internet Service Provider«. Damit werden Firmen bezeichnet, die ihren Kunden einen Internetzugang bieten. Beispiele sind MSN, Arcor, T-Online usw.

KDE

KDE steht für »K Desktop Environment« und ist ein weiteres GUI. Es ist älter als GNOME.

Kernel

Der Kernel verwaltet alle Prozesse und sorgt für die grundsätzliche Organisation auf dem Computer. Auf einem Debian GNU/Linux–System wierd der Linux-Kernel verwendet. Er gibt dem ganzen System den Namen.

Kommandozeile

In der Kommandozeile gibt der Benutzer Befehle in das System ein. Die Kommandozeile wird in der Regel von einer Shell ausgewertet.

LAN

Mit LAN wird das lokale Netzwerk bezeichnet. Das Kürzel steht für »Local Area Network«.

LILO

LILO ist die Abkürzung für »LInux LOader«. Dieses Programm startet den LinuxKernel beim Booten. Er kann auch als Boot-Manager arbeiten und andere Betriebssysteme starten.

Ein Link ist ein Verweis auf eine andere Datei. Es werden Softlinks und Hardlinks unterschieden.

Linux

Linux ist ein Kernel, der von Linus Torvalds und vielen anderen auf der ganzen Welt programmiert wurde. Er steht unter der GPL (ist aber nicht vom GNU–Projekt) und somit freie Software.

Mail

Mail ist das englische Wort für Brief. Es wird im Computerbereich oft mit der Bedeutung von E-Mail (elektronische Post) verwendet. Über diesen Dienst kann man im Internet Informationen mit anderen austauschen.

Man-Page

Man-Pages sind eine Form der Online-Hilfe. Das »Man« steht für Manual, also Anleitung. Die Man-Pages werden mit dem Befehl man aufgerufen.

Mounten

Wenn man Festplatten in das vorhandene Dateisystem einbindet, nennt man das Mounten. Der Befehl lautet daher einfach mount.

Netmask

Durch die Netmask wird festgelegt, welcher Teil der IP-Nummer die Netzwerkadresse ist und welcher Teil den Rechner in diesem Netz anspricht.

OS

Abkürzung für Operating System, Betriebssystem.

Paket

Eine Datei, die alles enthält, was zum Installieren, Deinstallieren und Ausführen eines bestimmten Programms erforderlich ist. Das Programm dpkg verarbeitet die Pakete. dselect ist eine Oberfäche für dpkg. Erfahrene Anwender benutzen oft dpkg, um Pakete zu installieren oder zu löschen.

Paketname

Alle Pakete bei Debian werden in der Form xxxx.deb benannt. Beispiele fü Paketnamen sind: efax_08a-1.deb oder lrzsz_0.12b-1.deb.

Red Hat

Eine LinuxDistribution von der gleichnamigen Firma. Sie ist in Amerika sehr verbreitet. Die Firma Red Hat hat das Paketformat RPM entwickelt. Viele Distributionen bauen auf dieser Distribution auf oder stammen von ihr ab.

RPM

Das Paketformat der Red HatDistribution. SuSE verwendet auch dieses Paketformat.

Root

Root ist der Systemverwalter auf einem Unix-System. Er wird auch Superuser genannt. Dieser Benutzer darf auf dem System alles, und zwar wirklich alles. Sämtliche Sicherheitsvorrichtungen sind bei diesem Benutzer ausgeschaltet.

Shell

Die Shell liefert die Kommandozeile für den Benutzer. Er kann durch die Shell Programme starten und diese auch verwalten. Die Shell unterstützt den Benutzer bei der täglichen Arbeit. Man kann auch Shell-Scripte schreiben, die dann von einer Shell abgearbeitet werden.

Superuser

Ein ander Name für den RootBenutzer, den Systemverwalter.

SuSE

Eine deutsche Distribution von der Firma SuSE. Sie benutzt seit längerer Zeit auch das RPM–Format.

X

Kurzbezeichnung für das »X Window System«. X bietet anderen Programmen (den X Clients) die Möglichkeit, den Bildschirm grafisch anzusteuern, und unterstützt auch mehrere Eingabegeräte (Maus, Tastatur usw.). Dabei müssen der X Server und die X Clients nicht auf dem gleichen Computer ablaufen, es geht auch über ein Netzwerk.

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